
Tim Burton schuf eine Hommage an Edward D. Wood Jr., dem schlechsten Regisseur aller Zeiten. Der leicht verstörte Filmemacher, der sich am liebsten in rosa Angorapullis kleidet, war u.a. für solche Machwerke wie “Plan 9 From Outer Space” oder “Bride of the Monster” verantwortlich.
Tim Burton hat mit Ed Wood ein einfühlsames Porträt des B-Movie-Regisseurs Edward D. Wood jr. (1924 – 1978) gedreht, dem posthum der Titel des schlechtesten Regisseurs aller Zeiten verliehen wurde. Scott Alexander und Larry Karaszewski lehnten das Drehbuch an die Biographie von Rudolph Grey, Nightmare on Ecstasy. The Life and Art of Edward D. Wood, Jr. (1991) an.
Handlung
Ed Wood (Johnny Depp) und seine etwas dümmliche Freundin Dolores (Sarah Jessica Parker) träumen von einer Karriere im Film Business. Doch die ehrgeizigen Filmprojekte scheitern nur allzu oft an den spärlichen Finanzierungsmöglichkeiten. Dass sich kaum Publikum für die B-Movies des jungen Regisseurs finden, hindert überdies die Produzenten, Wood zu helfen. Dies ändert sich in den Augen Ed Woods, als er den abgehalfterten Dracula-Star Bela Lugosi (Martin Landau) kennenlernt, den er verehrt. Er kann ihn für seine Filmprojekte gewinnen und ist davon begeistert.
In dem Maße, wie ihn mit Lugosi bald eine Art Vater-Sohn-Verhältnis verbindet, verschlechtert sich die Beziehung zu Dolores. Zunächst muss sie auf die Hauptrolle in Eds neuem Film zugunsten Loretta Kings (Juliet Landau) verzichten und schließlich auch noch Eds Affinität zu Frauenkleidern und Angora ertragen. Als Ed auf dem Filmset eine Art Bauchtanz in Frauenkleidern vorführt, platzt ihr der Kragen und sie trennt sich von ihm.
Ed begibt sich daraufhin in die Realisierung eines neuen Projektes. In der Baptisten-Kirche findet er Sponsoren für Plan 9 From Outer Space. Allerdings liegen ihm die Financiers im Nacken und zu allem Überdruß stirbt Bela Lugosi auch noch während der Dreharbeiten. Doch nichts ist unmöglich für den ehrgeizigen Regisseur: Er engagiert ein Double und schneidet bereits abgedrehte Szenen mit Lugosi zu einem Film zusammen. Dabei stört es ihn kaum, dass die Koulissen, Kostüme und Spielweisen der Darsteller mehr als billig wirken.
Als Ed Kathy O’Hara (Patricia Arquette) kennen- und liebenlernt, scheint sein Glück perfekt. Die Premiere zu Plan 9 From Outer Space verläuft zum ersten Mal einigermaßen erfolgreich und Kathy nimmt seinen Heiratsantrag an. Ed Wood scheint glücklich zu sein.
WissenswertesEd Wood ist die zweite Zusammenarbeit von Regisseur Tim Burton und Darsteller Johnny Depp nach Edward mit den Scherenhänden. Es folgen vier weitere: Sleepy Hollow (1999), Tim Burtons Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche (2005), Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) und Sweeney Todd: Der Teuflische Barbier aus der Fleet Street (2007).
Weiterführende InformationenDas Leben und Werk Ed WoodsDie Rezeption des Films
Weitere Informationen im InternetEd Wood im Timburtoncollective.com (engl.)Ed Wood als private Rezension (engl.)Rezension auf vampire-world.dePorträt Tim BurtonRetrospektive zu Plan 9 From Outer SpaceBiographie von Ed Wood auf vampire-world.deEd Wood, Review von Peter Travers auf rollingstone.com (engl.)
QuellenHelmut Merschmann: Tim Burton, Berlin: Bertz 2000.